Haus des Gastes

Bäderarchitektur

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Haus des Gastes

Ostseebad Binz
Heinrich-Heine-Straße 7

Frühere Hausnamen: Gemeindehaus mit Warmbad Architektur: Backstein-Architektur (kennzeichnet ein öffentliches Gebäude) Eröffnungsjahr: 1896 bzw. 1897 Historie/Besitzer bis 1945: 1894/1895 beschloss die Gemeinde aufgrund geringer Kapazitäten im bestehenden Warmbad (Kurhaus) und steigender Gästezahlen, ein eigenes Warmbad zu bauen. Laut „Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt“ vom 12. Juli 1895 wurde der Neubau zur laufenden Saison nicht fertig. Die Eröffnung war 1896, spätestens 1897. Das Gebäude umfasste das Warmbad, die Gemeindeverwaltung, die Kurdirektion (in Persona des Bürgermeisters), ein Lesezimmer sowie eine Wohnung (vorerst für den Bürgermeister, später für einen Polizisten). 1903 gab es 17 Badezellen, per Dampfbetrieb mit Ostseewasser versorgt (Terrazzowannen, Duschen für jede Art von medizinischen Bädern, Badezellen mit Massagesofas). Im Führer durch das Ostseebad Binz 1905 – herausgegeben von der Bade-Verwaltung heißt es unter der Rubrik „Unterhaltung und Ausflüge“ wie folgt: … Ein mit allem Komfort neu ausgestattetes Lesezimmer befindet sich in der Warmbadeanstalt und liegen dort die bedeutendsten Zeitungen des In- und Auslandes aus. Neu eingerichtet ist ein Musikzimmer, welches sich ebenfalls in der Warmbadeanstalt befindet und ist dort ein Flügel der weltbekannten Linder’schen Pianofortefabrik zur Benutzung aufgestellt.  … (nutzbar nach Entrichtung der Kurtaxe). Mitte der 1920er Jahre wurde im Führer „Praktische Winke – Ostseebad Binz auf Rügen“ (1926) eine instruktive Sammlung rügenscher Steinaltertümer im Warmbad erwähnt. Dies sollte der Grundstock für ein zu gründendes Heimats-Museum werden. (Nachtrag: Heute befindet sich das Museum Ostseebad Binz im Kleinbahnhofs-Gebäude.) Laut Kurdirektion ist 1928 ein Inhalatorium eingerichtet und ein Radium-Bade-Emanator (Gerät zur Freisetzung von Radium) aufgestellt worden. DDR-Zeit: Voraussichtlich Ende der 60er Jahre wurden die letzten Warmbad-Zellen abgeschafft und das Haus als Gemeinde- und Kurverwaltung genutzt. Nach 1990: 1998 zog die Gemeindeverwaltung in ein neues Gebäude in der Jasmunder Straße. Ein Jahr später erfolgte der Umbau des ehemaligen Warmbades zum Haus des Gastes. Die Eröffnung fand im September 2000 statt. Heutige Nutzung: Haus des Gastes mit Touristinformation, Büros der Kurverwaltung, Veranstaltungsräume und Hochzeitszimmer Wissenswertes/Anekdoten: Für die Meerwasserbäder wurde Wasser aus der Ostsee durch eine 600 m lange Leitung in einen Zwischenbehälter gepumpt, von dem aus die Weiterleitung über eine Heizungsanlage in die Badewannen erfolgte. Es handelt sich hierbei um mehrere tausend Liter Ostseewasser pro Tag. Fotos: KV Binz, Sammlung KV Binz Text: KV Binz/Klaus Boy