Villa Strandidyll

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Villa Strandidyll

Ostseebad Binz
Strandpromenade 40

Frühere Hausnamen: Keine

Architektur: Im Buch „Pommersche Bäderarchitektur“ von Wolfgang Schneider & Torsten Seegert wird das Haus unter anderem wie folgt beschrieben: Dieses Gebäude weist eine abwechslungsreiche Gliederung der promenadenseitigen Fassade auf: Der dreigeschossigen Hauptbaukörper besteht aus zwei jeweils zweigeschossigen Eckrisaliten, die durch einen zweiachsigen Mitteltrakt verbunden werden. … Der Mitteltrakt wird ebenfalls von einer Loggienkonstruktion ergänzt, die in ihrer Ausführung nur teilweise die Gliederung der hintergelagerten Mauerwerksfassade aufnimmt: Im Erdgeschoß entsteht durch drei massive Säulen, die zwei große und zwei kleine Felder entstehen lassen, der Eindruck eine Vierachsigkeit.

Baujahr: Vermutlich um 1904

Historie/Besitzer bis 1945: Die Villa Strandidyll wurde vermutlich um 1904 gebaut. Die Binzer Badeverwaltung gab ab 1901 jährlich einen Ortsführer mit Ortsplan und Wohnungsverzeichnis raus. 1903 wurde im Ortsplan ein Haus (jedoch ohne Namen) an der Strandpromenade 29 eingezeichnet. Ein Jahr später hieß es im Wohnungsverzeichnis: Strandpromenade 29, Villa Strandidyll, Besitzer Markwardt, 50 Zi., 2 Kü. Im Binz-Führer von 1905 empfahl Besitzer Markwardt 30 Zimmer und 2 Küchen. 1906/07 wurde mit Max Palm ein neuer Besitzer benannt. In einer Anzeige von 1906 bot er „Wein-Verkauf zu Engrospreisen. Villa Strandidyll, vis-a-vis dem Herrenbad“ an. Ein Jahr später pries er wie folgt sein Logierhaus an: Villa Strandidyll, Binz, an der Strandpromenade. Haus I. Ranges. Herrliche Aussicht auf die See. Wohnungen u. möblierte Zimmer in jeder Preislage. Vor- und Nachsaison bedeutend Preisermässigung. Max Palm.
Viele Jahre blieb die Villa Strandidyll in Besitz von Max Palm. 1934 wurde Margarete Palm Besitzerin. Und ein Jahr später gab sie das Logierhaus an Luise Müller ab. Im Binz-Führer „Praktische Winke“ von 1935 hieß es dazu: Haus Strandidyll. Das bewährte, gute Pensionshaus am Strande. Die 36 großen Balkonzimmer haben herrliche Sicht auf das Meer. Vorzügliche, reichliche Verpflegung bei zeitgemäßen Preisen. besonders gute Kinderküche. Im neuen Besitz: Frau L. Müller.
Während des zweiten Weltkrieges wurden viele Jungen und Mädchen in ländliche Gebiete evakuiert. Auch in der Villa Strandidyll kamen diese im Rahmen der Kinderlandverschickung unter.

DDR-Zeit: Im Unterkunfts-Verzeichnis „Ostseebad Binz Insel Rügen“ vom Sommer 1950 wurde das Haus wie folgt aufgeführt: Fremdenheim Strandidyll, Inh. Buchholz, 40 Betten. In den Folgejahren befanden sich in der Villa Wohnungen der Wohnungsverwaltung.

Nach 1990: Umfangreiche Sanierungsarbeiten in den Jahren 1996/97 haben den Charakter des Gebäudes unverändert gelassen; auf einen Umbau der offenen Loggien zu geschlossenen Wohnräumen wurde verzichtet. Allerdings wurden die ehemals stählernen Loggienkonstruktionen der Promenadenseite durch entsprechende Holzkonstruktionen ersetzt (aus dem Buch „Pommersche Bäderarchitektur“ von Wolfgang Schneider & Torsten Seegert).

Heutige Nutzung: Ferienwohnungen und -appartements

Fotos: Sammlung Boy, Sammlung Binzer Bucht Tourismus, Binzer Bucht Tourismus

Text:
Binzer Bucht Tourismus