Bäderarchitektur

Villa Haiderose

Ostseebad Binz

Übersicht


Standort
Ostseebad Binz
Straße
Strandpromenade 14

Beschreibung


Frühere Hausnamen: keine

Architektur: Im Buch „Pommersche Bäderarchitektur“ von Wolfgang Schneider & Torsten Seegert wird das Haus unter anderem wie folgt beschrieben: „Das dreigeschossige Gebäude ist in seiner Konzeption als Putzbau angelegt und wird auf der Seeseite durch eine auffällige und scheinbar unverbundene Zweigeteiltheit charakterisiert. Der rechte, heute turmartig ausgeprägte Risalit weist in seinem Obergeschoß eine Überhöhung gegenüber der anderen Bausubstanz des Hauses auf. Im Erdgeschoß trägt er einen semioktogonalen Vorbau. Im Obergeschoß setzte sich diese Vorbau als offener Balkon mit Eisengittern und filigraner Eisen-Glas-Überdachung fort.“

Eröffnungsjahr: 1896

Historie/Besitzer bis 1945: Aus der Diplomarbeit: „Die Villa Haiderose wurde im Jahre 1896 im Auftrage des Försters Bruno Wallstab, der aus Ostpreußen stammte, erbaut. Das Haus wurde von ihm und seiner Frau Elisabeth, später von seiner Tochter Käthe Helling, als Pension geführt. Den Sommergästen standen 15 Zimmer und drei Küchen zur Verfügung.“
Im Reiseführer „Praktische Winke – Ostseebad Binz auf Rügen“ von 1926 wird die Praxis von Karl Lokenvitz in der Villa Haiderose benannt. Er praktizierte als praktischer Arzt in seiner Wohnung mit folgenden Sprechstunden: Vormittag 8-11 Uhr und nachmittag 4-5 Uhr.

DDR-Zeit: Aus der Diplomarbeit: „1952 kaufte Frau Isolde Rasmussen, geb. Kuppke, das Anwesen. Im Zuge der Aktion Rose verließ Frau Rasmussen mit ihrem Mann die damalige DDR. Rechtsträger des Hauses wurde 1953 damit das „Ministerium des Innern der Regierung der DDR“. 1954 ging das Haus Haiderose in den Besitz des „Rates der Gemeinde Binz“ über. Die Pension wurde nun zu Dauerwohnzwecken umgenutzt. Das Haus stand sieben Mietparteien zur Verfügung, von denen 1996 noch vier das Haus bewohnten. Die Wohnungen waren nicht abgeschlossen. Es befand sich jeweils eine Gemeinschaftstoilette pro Etage. Trotz der Umnutzung war das Gebäude nur geringfügig verändert worden. Es waren teilweise Leichtbauwände eingezogen. Einige Holzfenster waren durch neue Kunststofffenster ersetzt. Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, waren die Veranden verglast. Die Fassadenaufteilung war nur unwesentlich verändert.“

Nach 1990: 1996 kauften Herbert und Charlotte Ostermoor die Villa Haiderose. Mit viel Mühe, Liebe und Aufwand wurde das Haus als originalgetreuer Nachbau saniert. Einige Original-Teile konnten wieder aufgearbeitet bzw. ergänzt werden. Ende 1999 wurde die Villa als Appartementhaus eröffnet.

Heutige Nutzung: Familiengeführte Strandvilla mit Ferienappartements

Wissenswertes/Anekdoten: Aus dem Gästebuch (Nov. 2000): „Hier ist alles leise, harmonisch von unaufdringlicher aber eindringlicher Schönheit. Ich war hier allein, aber nicht einsam.“

Fotos: Sammlung Ostermoor, Lutz Grünke

Text: Familie Ostermoor, Auszug aus der Diplomarbeit der Architekturstudentinnen Sabine Redelfs und Helma Mintken 1995/1996

Standort




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P.S.: Wir bedanken uns recht herzlich bei allen teilnehmenden Villen und Häusern sowie bei Klaus Boy (Binzer Reiseleiter) für das Engagement und die Unterstützung bei der Erstellung des QR-Code-Pfades. Wünschen Sie ausführlichere Informationen zu den prachtvollen Bauten, empfehlen wir Ihnen die wöchentlich stattfindenden Ortsführung (mittwochs um 10 Uhr).