Haus Merkur

Bäderarchitektur

Nächste Häuser

Haus Merkur

Ostseebad Binz
Schillerstraße 15

Frühere Hausnamen: Villa Esperance Architektur: Einige Merkmale der Bäderarchitektur, z.B. das Zwiebeltürmchen, welches auf historischen Aufnahmen zu erkennen ist, sind leider nicht mehr vorhanden. Typisch für den Baustil sind die Reliefelemente in der Bauplastik, die Resalitform (Vorderfront durch vor gehängte Balkone und die Seitenfront durch luftige weiße Holzbalkone gegliedert) sowie die Faschen-Gestaltung an den Fenstern. Baujahr: 1906 Historie/Besitzer bis 1945: Familie Krüger lies das Haus 1906 als Logierhaus bauen. Im Binzführer von 1909 konnte man in der Anzeige lesen: „Villa „Esperance“, 28 komfortabel eingerichtete Zimmer mit und ohne Küche, Besitzer Albert Krüger. Gleichzeitig empfehle Delikatessen und Kolonialwaren aus ersten Häusern Wild und Geflügel, Weine.“ 1915 erfolgte vermutlich die Umbenennung in Villa Merkur, ab 1916 findet man diesen Namen in den Gästelisten von Binz. Als Pension wird das Haus seit Ende 1928 bezeichnet. Familie Krüger verkaufte 1941 das Haus an den Königsberger Unternehmer Nitt. Während des 2. Weltkrieges stellte die Familie Nitt den Pensionsbetrieb ein. Es kam zur Einquartierung von Kriegsflüchtlingen. DDR-Zeit: Mit der Aktion Rose wurde Familie Nitt 1953 zwangsenteignet. Sie flüchteten in die BRD. Anschließend übernahm die kommunale Wohnungsverwaltung das Haus und führte es bis 1996 als Wohnhaus weiter. In diesen 43 Jahren wurde an der baulichen Substanz nichts erhalten. Nach 1990: 1994 stellte der Enkel der Familie Nitt einen Antrag auf Rücküberführung. 1996 verkaufte er das Haus in einem desolaten Zustand an Familie Böhme. Diese rekonstruierte und modernisierte das Haus mit viel Liebe zum Detail zum Hotel, welches im Juni 1998 eröffnet wurde. 2020/21 veräußerte Familie Böhme die Villa. Heutige Nutzung: Ferienzimmer zur Vermietung Fotos: privat (Familie Böhme), Sammlung Binzer Bucht Tourismus, Binzer Bucht Tourismus/Christian Thiele Text: Familie Böhme, Klaus Boy