Bäderarchitektur

Haus Klünder

Ostseebad Binz

Übersicht


Standort
Ostseebad Binz
Straße
Strandpromenade 12

Beschreibung


Frühere Hausnamen: keine

Architektur: Otto Burmeisters Baufirma aus Putbus errichtete das Haus Klünder nach einer Bestellung durch die Witwe Klünder. Die Fassadengestaltung ist durch einen runden Turm mit Kegeldach und einen neogotischen Ziergiebel gekennzeichnet, die durch einen hölzernen Balkonvorbau verbunden sind. Sie geben der Villa ein vornehmes Aussehen.

Baujahr: 1904/1905

Historie/Besitzer bis 1945: Baumeister Otto Burmeister, Sohn von Georg Burmeister, baute für die Hotelbesitzerin Alwine Klünder, Witwe von Wilhelm Klünder, das Haus. Sie nutzte die Villa als Logierhaus mit 12 Zimmern (laut Wohnungsliste von 1906) und als Wohnsitz. Im Keller waren 2 Kochstellen vorhanden. 1940 übernahm die Tochter Anna Bolle von ihrer Mutter Alwine die Geschäfte und führte das Haus weiter. Wie andere Häuser auch wurde die Villa im letzten Kriegsjahr „zweckentfremdet“: als Entbindungsheim für Flüchtlingsfrauen. 1945 erfolgte die Belegung mit Flüchtlingen, daraus wurden dann Dauermieter.

DDR-Zeit:  Ab 1945 war der größte Teil des Hauses mit Flüchtlingen belegt. Nur sechs Zimmer durfte Frau Bolle als Gästezimmer vermieten – sie selbst bewohnte ein kleines Zimmer zum Hof mit zwei Kammern und einer Küche.
Im Zuge der Aktion Rose 1953 wurde Anna Bolle enteignet, wegen „Unrechtmäßigen Besitzes“ von Brennholz. Das Urteil: 3 Monate Zuchthaus in Bützow und Enteignung. Sie ging nach der Haftverbüßung in den Westen. Bis zur Rückübertragung nach der Wende war das Haus „Eigentum des Volkes“ und diente der Gemeinde als Mietshaus.

Nach 1990: Nach der Rückübertragung im Dezember 1995 wurde das Haus von der Familie Gronegger restauriert und wird seit 1998 als Ferienvilla mit einer kleinen Galerie geführt.

Heutige Nutzung: Familiengeführte Strandvilla mit 13 Ferienappartements

Wissenswertes/Anekdoten:  Während der Renovierungsarbeiten wurden zwei bis dahin unbekannte Räume im Kellergeschoss entdeckt. Heute befindet sich in einem der Weinkeller, im anderen wird seit kurzem Deutschlands wohl größter Bernstein präsentiert.

Fotos: Familie Gronegger, Lutz Grünke

Text: Familie Gronegger/Klaus Boy

Standort




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P.S.: Wir bedanken uns recht herzlich bei allen teilnehmenden Villen und Häusern sowie bei Klaus Boy (Binzer Reiseleiter) für das Engagement und die Unterstützung bei der Erstellung des QR-Code-Pfades. Wünschen Sie ausführlichere Informationen zu den prachtvollen Bauten, empfehlen wir Ihnen die wöchentlich stattfindenden Ortsführung (mittwochs um 10 Uhr).