Bäderarchitektur

Haus Colmsee

Ostseebad Binz

Übersicht


Standort
Ostseebad Binz
Straße
Strandpromenade 8

Beschreibung


Frühere Hausnamen: Villa Keuschel

Architektur: Ausgehend von einer quadratischen Grundfläche wird das Gebäude an den Ecken um einige weitere prägende Elemente ergänzt. Die der Promenade zugewandte Fassadenseite gliedert sich in drei verschiedene Bereiche, die die Front in gleiche Abschnitte teilen. Die linke Gebäudeecke wird von einem viergeschossigen Eckturm charakterisiert. Die rechte Gebäudeecke wird von einer dreigeschossigen Massivkonstruktion abgeschlossen, gekrönt von einer Mauerwerksscheibe. Die achsiale Gliederung nimmt die gestalterischen Elemente des linken Eckelementes wieder auf.

Eröffnungsjahr: 1902

Historie/Besitzer bis 1945: Kaufmann Ludwig Keuschel aus Bergen hatte schon vor dem Baubeginn seines Logier- und Geschäftshauses 1901 verschiedene Verkaufsaktivitäten in Binz im Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt annonciert. 1901 stellte er ein Gesuch zum Bau eines Logier- und Geschäftshauses, welches durch das Amt Grafschaft Putbus genehmigt wurde. Mit der Fertigstellung des Hauses 1902 siedelte Familie Keuschel nach Binz über. Hertha Colmsee und Emilie Gieseke erwarben das Haus 1920, ließen es umbauen und eröffneten es dann als „Hotel-Pension Colmsee“ wieder. Das Haus verfügte über eine Konditorei sowie eine Weinabteilung. Der Betrieb des Restaurants erfolgte als „Mampes Gute Stube“. Eine Werbeanzeige von 1924 informierte über: 15 Zimmer, davon 4 beheizbare; Fernsprecher vorhanden, Fernsprech-Nr. 341; Garten, Hauskapelle, Frühstück, Mittag und Abendessen, Gepäckträger an der Bahn und an der Landungsbrücke.

DDR-Zeit: 1953 erfolgte die Beschlagnahmung des Vermögens der Familie Colmsee im Rahmen der „Aktion Rose“. Das Haus ging in „Volkseigentum“ über und diente als Mietshaus.

Nach 1990: 1998 wurde das Haus saniert und umgebaut. Die Wiedereröffnung erfolgte 1999 als Pension mit 15 Ferienzimmern, geführt von der Familie Colmsee.

Heutige Nutzung: Familiengeführte Pension garni.

Wissenswertes/Anekdoten:  „Nimm den Mampe und gieß dir einen auf die Lampe“ war ein Werbespruch für den Likör „Mampes Halb und Halb“. Am Kurfürstendamm wurde 1917 „Mampes Gute Stube“ eröffnet. Auch in Frankfurt und Leipzig firmierten Gaststätten unter diesem Namen. Sie dienten dem Vertrieb des Likörs mit Weltruf. Er beinhaltet etwa 130 Kräuter mit magenstärkender Wirkung.

Fotos: Familie Colmsee, Lutz Grünke

Text: Familie Colmsee/Klaus Boy

Standort




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P.S.: Wir bedanken uns recht herzlich bei allen teilnehmenden Villen und Häusern sowie bei Klaus Boy (Binzer Reiseleiter) für das Engagement und die Unterstützung bei der Erstellung des QR-Code-Pfades. Wünschen Sie ausführlichere Informationen zu den prachtvollen Bauten, empfehlen wir Ihnen die wöchentlich stattfindenden Ortsführung (mittwochs um 10 Uhr).